Prof. Dr. Thorsten Jungmann (Stand 2026-05-18)
Bezug zu ET2-07 Magnetischer Kreis
Aufgabe
In den vorherigen Übungen wurde der magnetische Kreis stets mit einer konstanten relativen Permeabilität gerechnet. Für höhere Flussdichten in der Nähe des Knies der B-H-Kennlinie ist diese Näherung nicht mehr zulässig. Die folgende Aufgabe rechnet direkt mit der gemessenen Kennlinie eines Stahlgusskerns – das systematische Vorgehen aus Abschnitt 7.4 der Lektion.
Ein Elektromagnet mit Eisenkern und Luftspalt soll im Luftspalt eine Flussdichte von erzeugen. Streuflüsse werden vernachlässigt; der Querschnitt im Luftspalt entspricht dem im Eisen.
- Windungszahl:
- mittlere Eisenweglänge:
- Luftspaltlänge:
- Querschnitt:
- gewünschte Flussdichte:
B-H-Kennlinie des Kernmaterials (Stützstellen aus dem Datenblatt):
| in | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in |
a) Berechnen Sie den erforderlichen magnetischen Fluss .
b) Lesen Sie aus der Tabelle die Feldstärke ab und berechnen Sie den magnetischen Spannungsabfall im Eisen .
c) Berechnen Sie die Feldstärke im Luftspalt und den magnetischen Spannungsabfall .
d) Berechnen Sie die erforderliche Durchflutung und die Stromstärke .
e) Vergleichen Sie mit einer linearen Näherung, die für das Eisen pauschal ansetzt. Welcher Strom käme heraus? Wie groß ist der relative Fehler ? Erklären Sie, warum die lineare Rechnung den realen Strom unterschätzt.
Lösung
a)
b) ,
c) ,
d) ,
e) Mit : , , – relativer Fehler . Ursache: Bei liegt der Arbeitspunkt im Sättigungsknie; die reale statische Permeabilität ist ca. viermal kleiner als angesetzt.
